Einige Jahre hält die „Schweden-Invasion“ nun schon an und mittlerweile kann man bereits von Szeneveteranen der frühen Tage sprechen. Horisont sind so eine Band, die seit einer gefühlten Ewigkeit an vorderster Front mitspielt. An einem der heißesten Tage im Jahr fingen wir die Gitarristen Tom und Charles in Düsseldorf im Pitcher ab.

Stellt Euch doch mal gegenseitig vor und nehmt dabei kein Blatt vor den Mund!

Interview1Tom: Also, zunächst mal: Wir bilden die Gitarrenfraktion der Band. Der Typ zu meiner Rechten ist Charles van Loo, der derzeit angesagteste Gitarrist in Schweden und Schwergewichtschampion des Blues in Skandinavien! Ein waschechter Göteborger. Die Stadt ist voll von Nicht-Göteborgern, aber er ist ein Ureinwohner! Er ist unser Hauptsongwriter und ein axtschwingendes Genie!

Charles: hm… Das ist Tom Sutton aus Australien. Er spielt Gitarre. Darin ist er recht gut…

Wie lange seid Ihr jetzt auf Tour?

Charles: Es sind eigentlich nur vier Shows.

Tom: Wir waren vor ein paar Wochen schonmal für einige Gigs in Deutschland, aber es ist keine zusammenhängende Tour. Unter anderem haben wir auch auf dem Freak Valley Festival gespielt.

Da haben wir Euch leider verpasst,da wir nur am letzten Tag vor Ort waren. Da Ihr oft unterwegs seid: Welche Dinge dürfen im Tourbus/-van auf keinen Fall fehlen?

Tom: Ohrstöpsel! Zwei Paar: Eins für die Bühne und eins zum schlafen. Und natürlich mein iPod und ein Buch. Damit könnte ich alles überleben!

Charles: Snus! Wisst Ihr, was das ist?

Aber sicher! Kautabak. Mikkey Dee (Für Unwissende: Schlagzeuger bei Motörhead) ist ebenfalls großer Fan davon, er hat sogar seine eigene Marke.

Tom: Das wäre doch mal was: Charles van Loo Snus!

Was macht Ihr in Eurer freien Zeit abseits der Bühne?

Tom: Durchaus ein bisschen Sightseeing, sofern man überhaupt Gelegenheit dazu hat. Bei einem Van ist die Zeit allerdings immer knapp, weil man meist selbst fahren muss. Mit einem Tourbus ist das schon einfacher, der kommt oft um die Mittagszeit an. Aber wenn es ein komfortabler Van ist, habe ich auch kein Problem damit, einfach nur zu lesen und Musik zu hören.

Was dürfen wir denn vom neuen Album erwarten?

Charles: Wir haben es grade mixen lassen und es wird im Herbst erscheinen. Dazu geht’s im Winter mit Satan’s Satyrs und The Shrine auf eine ausgedehnte Tour als Support für Kadavar.

Tom, Du hast eben erwähnt, dass Du gerne liest. Was denn sind denn deine Favoriten?

Tom: Fantasy und Science Fiction, aber auch Biographien von Musikern. Zuletzt habe ich jedoch ein Buch von Tom Clancy gelesen. Du liest auch Biographien, oder?

Charles: Ich lese am liebsten Biographien. Zur Zeit lese ich die Biographie eines schwedischen Killers. Aber sehr weit bin ich damit noch nicht. Im Van kann ich nicht gut lesen…

Tom: Unser Bassist Magnus hat Arnie’s Autobiographie Total Recall dabei.

Charles: Aber wir haben ihn noch nie darin blättern sehen! Er zeigt das Ding lediglich herum!

Mögt Ihr Filme?

Tom: Eigentlich schon, aber da ich mit der Musik so beschäftigt bin, schaffe ich es vielleicht, 4-5 Filme im Jahr anzusehen. Ich habe auch viele Klassiker noch nie gesehen.

Lasst Ihr Euch beim Songwriting von Büchern oder Filmen inspirieren?

Charles: Unser Basser Magnus ist der größte Film-Geek in der Band, er bezieht viel Inspiration daraus. Vor kurzem hat er angefangen, sich bei unseren Texten mit einzubringen, ausserdem zeichnet er sich für unsere Musikvideos verantwortlich.

Wenn es einen Film gäbe, in dem Ihr die Hauptrollen spielen würdet: Was für ein Film wäre das?

interview2Chalres: Etwas wie Spinal Tap!

Tom: Es wäre definitiv ein Film, in dem wir ständig alles verlieren würden. Handys, unser Geld, Klamotten…

Charles: Am Ende wären wir nackt bis auf die Gitarren!

Tom: Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, dass wir Cops in den 70ern spielen.

Nackte Cops mit Gitarren?

Charles: Das wäre ein super Titel!

Habt ihr schonmal verrückte Jobs angenommen, um die Band zu finanzieren?

Tom: Eigentlich nicht. Überraschenderweise haben die meisten in der Band ganz alltägliche Jobs. Bis auf mich!

Charles: Stimmt, du bist eigentlich der einzige Profimusiker bei uns und arbeitest deshalb im Hafen. Pontus arbeitet in einer Behinderteneinrichtung, Axel ist lustigerweise in der Hörgerätakustikbranche tätig und Magnus arbeitet in einem Lagerhaus. Ich bin Apotheker.

Habt ihr immer noch Eure allerersten Instrumente?

Tom: Ja, es war ein Strat-Nachbau von Aria, der besser klingt, als man glauben würde. Irgendwie liebe ich das Ding immer noch.

Charles: Meine erste Gitarre sah zwar nach einer Akustikgitarre aus Holz aus, war aber aus Plastik… Sie ist etwas kleiner als üblich, deshalb nehme ich sie oft mit, wenn ich verreise. Allerdings klingt sie schon nach dem ersten Akkordwechsel schrecklich!

Das wäre doch mal was für ein Albumintro!

Tom: Wo Du es grade ansprichst: Charley hat ein wunderbares Spanisches Gitarrenintro für einen der neuen Tracks geschrieben! Definitiv eines der Highlights auf der Scheibe.

Charles: Auch wenn es bei dieser Band etwas fremdartig wirkt…

Also hat Euch niemand in frühester Kindheit zur Blockflöte gezwungen?

Beide: Nein!

Modulok_BandDas bringt uns auch schon zum Ende unseres Gesprächs. Traditionell gibt es am Ende für Euch eine Aufgabe. Wo wir grade von Kindheit sprachen: Ich hoffe, Ihr mögt He-Man?

Tom: Ja, das habe ich früher gerne geguckt.

Dann viel Spaß mit Modulok!

Tom: Das ist cool! Hol mal Magnus rüber.

Charles: Das passt zum Space-Theme unseres neuen Albums… Soll das hier ein Penis sein?
Ich glaube, wir taufen ihn Bosse!

Und so entlassen wir unsere Weltraumhelden in die unendlichen Weiten des Universums…

 

Photo-Credits: Anders Bergstedt, Cati Dieterle

 

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.