LEGO Batman ist zurück und hat einige DC-Kollegen im Bat-Gepäck. Außerdem gibt’s viele Bat-Neuerungen. Wir sind gespannt!

„Ein rollender Legostein setzt kein Moos an, Batman!“
(Schlaumeierspruch Nr. 145)

Etwas ist faul im Staate Dänemark. Es sieht aus wie ein LEGO-Game, dennoch ist beim neuesten Spross der Klötzchenreihe etwas anders als es der Spieler von den Vorgängern gewohnt ist…

LEGO Batman 2: DC Super Heroes ist spieltechnisch nichts großartig Neues. Man läuft mit zwei Charakteren durch hübsche Bat-Landschaften und schlägt alles zu Legosteinchen, was nicht bei drei auf dem Bat-Baum ist.

Dabei gilt es, die Story abzuhandeln und dabei noch so viele Sekundärobjektive zu erledigen, wie es geht – zur Not muss man halt zwei, drei oder siebzehn Mal durch den Level latschen. Dabei liefert die „neue“ LEGO-Engine eine tolle Texturierung, schöne Shader und Lichteffekte par excellence.

What’s new, Pussy-Catwoman?

Während man beispielsweise bei LEGO Batman 1, LEGO Pirates oder LEGO Star Wars noch einen zentralen Verteilerraum hatte, der dem Spieler nach und nach die Türen zu verschiedenen Spielabschnitten öffnete, spielt der Bat-Nachfolger in einer offenen Welt, die zu Fuß oder mit den unterschiedlichsten Bat-Vehikeln zu erkunden ist. Innerhalb dieser offenen Welt führt die Storyline den Spieler dann in instanzierte Bereiche, die allerdings vom Umfang der einzelnen Level wesentlich gewaltiger daherkommen als beim Vorgänger. Dafür geben uns die Macher aber die Möglichkeit, innerhalb der Abschnitte abzuspeichern und die Aufgabe später zu beenden.

Zwar empfinde ich diese offene und ungewohnt große Welt als klaren Fortschritt, dennoch muss man sich erst daran gewöhnen und zurechtfinden. Zudem bietet dies den Entwicklern die Möglichkeit, noch mehr Secrets zu verstecken. Das gefällt.

Dummfick statt Slapstick

Was LEGO Games für mich immer besonders gemacht haben, war die Verhohnepiepelung der (filmischen) Vorlagen. Stumme LEGO-Männchen führten in den Zwischensequenzen durch die Story und fügten dieser eine gehörige Portion Humor hinzu. LEGO Batman 2 lässt die Minifiguren erstmals sprechen. So weichen die klassischen Slapstickeinlagen hier meist ziemlich dummen Sprüchen. Die Filmsequenzen werden wesentlich länger, weil die (meist fehlgecasteten) Sprecher immer ihren Senf zu allem abgeben.

Dies nimmt dem Spiel leider eine Menge Atmosphäre, nervt mitunter sogar enorm. Dafür sind die neuen Klimper- und Klappersounds der fallenden Legosteinchen eine Wohltat für die Ohren. Ich hatte mich nach gefühlten 15 LEGO-Games langsam daran totgehört. Der obligatorische Batman-Soundtrack (Dädädädäääädä) dudelt wie gewohnt etwas zu oft im Hintergrund vor sich hin, ist aber nicht weiter tragisch.

Frostanzug, Röntgenblick und Akrobatik

Wer mit der Menge der „guten“ Charaktere im ersten Teil unzufrieden war, darf jetzt jubeln. Neben neuen, meist multifunktionalen Anzügen für Batman und Robin (zum Beispiel der Frostanzug zum Einfrieren oder der Tarnanzug inklusive Röntgenblick) gesellen sich nun auch weitere Superhelden aus dem DC-Universum dazu, um den Bösewichten den Garaus zu machen, zum Beispiel Superman, Wonderwoman und Green Lantern.

Die Fähigkeiten der einzelnen Figuren und Anzüge sind hierbei wieder nötig, um durch Pflicht und Kür der einzelnen Levels zu kommen. Hierbei wurde darauf geachtet, dass die vormals teils unübersichtlichen Passagen und Rätsel überschaubarer und einfacher zu überwinden sind. Keine Verwirrung also mehr beim lustigen Schergenklatschen. Lediglich die Steuerung mag an manchen Stellen nicht so recht – so versucht man zum Beispiel 15 Mal eine bestimmte Leiter hochzuklettern, bis es dann endlich klappt.

Storytechnisch klingt LEGO Batman 2 wie eine Episode Smallville. Lex Luthor ist angesickt weil Bruce Wayne (Batmans Alter Ego) den Preis für den Mann des Jahres gewinnt und befreit kurzerhand den Joker und den Rest der Gotham Gang aus Arkam Asylum. Dieser läuft lachend Amok und muss schleunigst wieder hinter schwedische Gardinen gebracht werden. Das ganze dauert dann 10 bis 100 Stunden, je nach dem, wie dringend man alles (!) finden und sammeln will; Für ausreichend Freizeitvernichtung ist also gesorgt.

Fazit

Lego Batman 2: DC Super Heroes ist ein abwechslungsreiches Spiel für alle, die gerne auch mal zu zweit an der Konsole kloppen und sammeln. Die LEGO-Engine feuert hierbei aus allen Rohren wunderhübsche Grafiken auf den Schirm und glänzt vor allem bei Geometrie und Lichteffekten. Übersichtliches Leveldesign und klarere Aufgabenstellungen sorgen für motivierteres Spielen in der offenen Welt.Technisch ganz klar der beste Teil der Reihe mit vielen nötigen und unnötigen Neuerungen, allerdings auch mit vielen Bugs und Schwächen in der Flugsteuerung, vor allem in der offenen Welt.


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Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.