Bald ist sie vorbei, die Saga um Max Caulfield und ihre mysteriöse Superkraft, die Zeit zurückdrehen zu können. Während die letzte Episode gewöhnungsbedürftig schlecht war und das bisherige Lowlight der Serie darstellte, beendete ich Episode Vier mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht. Das Bergfest ist vorbei, von nun an darf Vollgas gegeben werden.

Die jüngste Folge – Dark Room – kommt nämlich knapp an das heran, was ich ein Adventure nennen würde. Nicht nur stupides Abwarten der Dialoge und willkürliches Treffen von Pseudo-Entscheidungen, sondern tatsächliches Rätseln, Ausprobieren und Erforschen. Eine grundlegende Szene in diesem Kontext ist die Konfrontation von Rachels Ex-Freund und örtlichem Drogendealer, die viele verschiedene Ausgänge haben kann und nur durch Durchprobieren der Möglichkeiten (und einem Quentchen gesunden Menschenverstand) zu einem zufriedenstellenden Ausgang führen kann. Dabei ist dieser Ausgang auch nur Schein, denn egal, welchen Weg der Spieler einschlägt – den jungen Mann sehen wir nicht mehr wieder. Dies ist ein Mittel, das die Macher des öfteren einsetzen um so einen tieferen Impact in Sachen Entscheidungsfreiheit zu suggerieren – Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang an den Tod oder Nicht-Tod von Kate Marsh.

Der Butterfly-Effekt aus Episode Drei wird vielleicht noch eine Rolle in der letzten Episode spielen, da dieser ein Mittel ist, der die sich immer weiter verschlimmernde Lage der Protagonistin schlussendlich gegebenenfalls als letzter Rettungsanker in die richtige Richtung reißen könnte, da wir in Dark Room nach vielen Emotionen und Ermittlungen nach dem „Ende der Welt“-Party noch eine Überraschung erleben, die der ein oder andere Spieler vielleicht gar nicht in Betracht gezogen hätte.

Es bleibt dabei: Ich freue mich nach wie vor auf den nächsten (und leider letzten) Teil der Serie und empfehle jedem, der auf eine gut erzählte Story und hübsche Grafiken steht, das bisherige Geschehen nachzuholen, um dann in circa zwei Monaten (Ende September bis Anfang Oktober) das Grand Finale von Life Is Strange zu spielen. In der Hoffnung, dass eine Enttäuschung ausbleibt und wir mit einem grandiosen Ende vom Hocker gehauen werden. Der Cliffhanger, den Episode Vier uns an ihrem Ende kredenzt, lässt zumindest auf ein Feuerwerk hoffen.

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.